🐸 Warum Chaos-Typen mit Mini-Fröschen mehr erreichen als mit Monster-Kröten
„Eat that frog“ – oder auf Deutsch: „die Kröte schlucken“ – das hast Du sicher schon einmal gehört.
Es ist eine dieser Selbstmanagement-Weisheiten, von denen das Netz nur so wimmelt. Und sie verspricht: Wenn Du morgens als Erstes die unangenehmste Aufgabe erledigst, wird der Rest des Tages leicht.
Die Idee dahinter ist gut – und ich nutze sie selbst gern.
Aber gerade für Chaos-Typen gibt es typische Fallen. Wenn Du die kennst, kannst Du die Methode so anpassen, dass sie für Dich wirklich funktioniert.
👉 Warum Eat That Frog grundsätzlich gut für Chaos-Typen funktioniert
Die Methode hat vor allem EINEN großen Vorteil:
Sie macht den Kopf frei.
Unangenehme Aufgaben haben die unschöne Tendenz, uns den ganzen Tag zu verfolgen. Wir denken ständig daran, schieben sie weg, kreisen um sie herum – und kommen nicht ins Tun.
Wenn die Aufgabe aber gleich am Morgen erledigt ist, dann
- verschwindet das lähmende Gefühl
- kommst Du leichter in Bewegung
- entsteht neue Motivation
- fühlt sich der Rest des Tages freier an
Für Chaos-Typen, die oft von offenen Schleifen blockiert werden, kann das ein enormer Befreiungsschlag sein.
👉 Warum die Methode trotzdem manchmal scheitert: Monster-Frösche statt Mini-Frösche
Das größte Problem: Viele definieren sich Monster-Frösche – Aufgaben, die viel zu groß, unklar oder überwältigend sind.
Ein klassisches Beispiel: „Buchhaltung machen.“
Motivierend? Eher nicht.
Realistisch als erste Aufgabe des Tages? Auch nicht.
Ein Monster-Frosch lähmt Dich.
Du denkst darüber nach, aber fängst nicht an.
Und schon ist der Vorteil der Methode dahin.
👉 Die Lösung: Zerlege Monster-Frösche in realistische Mini-Frösche
Chaos-Typen brauchen niedrige Einstiegshürden, aber gleichzeitig Schritte, die echten Fortschritt liefern. Darum sind realistische Mini-Frösche ideal – Aufgaben, die in ca. 20–30 Minuten machbar sind.
Beispiele für sinnvolle Mini-Frösche bei der Buchhaltung:
- alle Umschläge öffnen und den Posteingang sortieren: „to do“, „Ablage“, „Papierkorb“
- die Belege eines Monats abfotografieren oder einscannen
- die Einnahmenübersicht für einen Monat aktualisieren
- Kontoauszüge eines Monats durchgehen und offene Positionen markieren
Jeder dieser Schritte ist überschaubar – aber bringt sichtbare Ordnung ins System.
👉 Drei weitere Beispiele für realistische Mini-Frösche
Damit Du ein Gefühl dafür bekommst, wie perfekt passende Mini-Frösche Dir auch jenseits der Buchhaltung im Alltag helfen können, hier drei typische Beispiele aus meiner Praxis:
🐸 einen Arzt- oder Behördentermine vereinbaren
Monster-Frosch: „Mich um meine Arzttermine kümmern.“
Warum eklig: Telefonieren, Warteschleifen, Öffnungszeiten, innere Hürden.
Mini-Frosch:
✔ Einen einzigen Termin raussuchen und anrufen
✔ danach spürbar: Erleichterung + Stolz.
🐸 Recherche zu einem langweiligen oder komplexen Thema
Monster-Frosch: „Zu Thema X recherchieren.“
Warum eklig: Unklarer Umfang, viele Infos, kein Startpunkt.
Mini-Frosch:
✔ nur die ersten 3 seriösen Quellen aufrufen
✔ eine Notizseite anlegen
✔ 15 Minuten gezielte Stichwortsammlung
🐸 Ein Gespräch führen, vor dem man sich drückt
Monster-Frosch: „Ich muss mit XY sprechen.“
Warum eklig? Potentiell unangenehm (Absage, Ablehnung, hoher Zeitaufwand)
Mini-Frosch:
✔ Nachricht vorbereiten
✔ Zeitfenster im Kalender setzen
✔ ein kurzes, klares Gespräch führen
Ergebnis: Struktur statt Chaos – ohne Druck.
👉 Typische Fehler und wie Du sie vermeidest
1. Der Frosch ist zu klein – kein echtes Erfolgserlebnis
Wenn Du Aufgaben wählst, die zwar leicht sind, aber keinen echten Fortschritt erzeugen, fühlst Du Dich danach nicht besser.
Frage Dich daher:
➤ Wie groß muss der Schritt sein, damit ich etwas geschafft habe?
➤ Wie klein muss er sein, damit ich nicht blockiere?
2. Der Mini-Frosch bleibt sichtbar – und blockiert weiter
Ein häufiger Fehler:
Du sortierst Belege vor, aber drei Stapel liegen danach immer noch offen auf Deinem Schreibtisch.
Ergebnis: Du fühlst Dich den ganzen Tag „nicht fertig“.
Lösung:
Schließe den Abschnitt so ab, dass er wirklich abgeschlossen wirkt:
✔ Vorsortiertes Papier in beschriftete Boxen oder Mappen legen
✔ Alles aus dem Blick → Kopf frei
3. Du erledigst nur den ersten Frosch – und vergisst den Rest
Ein weiteres Muster:
Der erste Mini-Frosch läuft super … und dann geht’s nicht weiter.
Damit das nicht passiert:
✔ Unteraufgaben sofort notieren
✔ Nächsten Mini-Frosch direkt im Kalender eintragen
✔ Realistische Planung: lieber täglich 20 Minuten als ein halber Tag am Monatsende
👉 Zum Schluss: Finde Deine persönliche Eat-That-Frog-Methode
Kein Tipp funktioniert für jeden Menschen gleich. Das gilt für die Tipps hier Blog genauso wie in meinem Minikurs Chaos im Griff.
„Eat That Frog“ kann ein mächtiges Werkzeug sein.
Vor allem, wenn Du die Methode an Dich anpasst.
Wenn Du es beispielsweise gar nicht magst, morgens mit etwas Unangenehmem zu starten – probiere Alternativen:
✔ den Frosch abends erledigen
✔ eine kurze Frosch-Halbstunde vor dem Mittagessen
✔ oder die Aufgabe in die Tagesphase legen, in der Du am meisten Energie hast.
Genauso wie Du Deine persönliche Froschgröße findest, findest Du auch Deine persönliche Frog-Time.
Wenn Du das tust, kann „Eat That Frog“ ein wertvolles Instrument in Deinem Selbstmanagement werden – eins, das Dir hilft, unangenehme Aufgaben zu bewältigen, ohne dass sie Dir den Tag verderben.
Viel Erfolg beim Ausprobieren!
👉 Und vergiss nicht: Jeder Mini-Frosch bringt Dich ein Stück weiter.